Eine gute Brühe oder ein guter Fond ist das Fundament unzähliger klassischer Gerichte. Sie ist die Seele einer jeden guten Suppe, die Grundlage einer jeden samtigen Sauce und die geheime Zutat, die einem Risotto seine unglaubliche Geschmackstiefe verleiht. Eine selbstgemachte Brühe ist mit keinem gekauften Produkt zu vergleichen. Der Prozess ist einfach, erfordert aber Zeit und Geduld. Das Ergebnis ist eine nahrhafte und aromatische Flüssigkeit, die als flüssiges Gold der Küche bezeichnet werden kann.
Das Grundprinzip einer Brühe ist die langsame und schonende Extraktion von Geschmack. Dabei werden Zutaten wie Knochen, Fleischreste, Gemüse und Kräuter über mehrere Stunden in Wasser sanft geköchelt. Während dieses langen Kochvorgangs lösen sich die Geschmacksstoffe, Kollagen, Gelatine und Mineralien aus den festen Zutaten und gehen in das Wasser über. Das Ergebnis ist eine Flüssigkeit, die reich an Geschmack, Aroma und Nährstoffen ist.
Die Zutaten bestimmen den Charakter der Brühe. Eine helle Brühe, oft aus Hühnerknochen oder Kalbsknochen und Gemüse, wird direkt mit kaltem Wasser aufgesetzt und geköchelt. Sie hat einen leichten, reinen Geschmack und eine helle Farbe. Sie ist die ideale Basis für helle Suppen und Saucen. Eine dunkle Brühe, wie zum Beispiel ein Rinder- oder Wildfond, erhält ihre tiefe Farbe und ihren intensiven, gerösteten Geschmack durch einen zusätzlichen Schritt: Die Knochen und das Gemüse werden vor dem Kochen im Ofen scharf angeröstet, bis sie eine tiefbraune Farbe angenommen haben. Dieses Röstverfahren erzeugt durch die Bräunungsreaktion eine Fülle von neuen, komplexen Geschmacksstoffen.
Ein entscheidender Schritt bei der Herstellung einer klaren, hochwertigen Brühe ist das Abschöpfen. Während des Kochens steigen Schaum und Unreinheiten an die Oberfläche. Diese sollten regelmäßig mit einer Kelle abgeschöpft werden, um eine klare und saubere Brühe zu erhalten. Die Brühe sollte niemals sprudelnd kochen, sondern nur sanft bei niedriger Temperatur simmern. Ein zu starkes Kochen würde die Brühe trüb machen.
Nach mehreren Stunden Kochzeit wird die Brühe vorsichtig durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch abgeseiht, um alle festen Bestandteile zu entfernen. Die fertige Brühe kann dann direkt verwendet, für eine intensivere Konzentration weiter eingekocht (reduziert) oder für die spätere Verwendung eingefroren werden. Die Zeit, die in die Herstellung einer eigenen Brühe investiert wird, zahlt sich um ein Vielfaches in der Qualität und dem Geschmack der fertigen Gerichte aus.